23.06.2017
| Holger Lengfeld

Die “Alternative für Deutschland”: eine Partei für Verlierer der gesellschaftlichen Entwicklung? Neue Studie erschienen von Holger Lengfeld, Lehrstuhl für Soziologie, Institutionen und sozialer Wandel.

Würden Personen, die zu den Verlierern der durch wirtschaftliche Globalisierung geprägten Modernisierung Deutschlands zählen, in der kommenden Bundestagswahl häufiger die Alternative für Deutschland (AfD) als andere Parteien wählen? Diese These wird mit repräsentativen Umfragedaten geprüft, die November 2016 unter 1031 in Deutschland wahlberechtigten Personen erhoben wurden. Gezeigt wird: Die für Modernisierungsverlierer typischen niedrigen Statuslagen haben keine höhere Wahrscheinlichkeit, in der kommenden Bundestagswahl für die AfD zu stimmen. Gleiches gilt für Personen, die sich als Verlierer der gesellschaftlichen Entwicklung betrachten. Die empirischen Befunde weisen tendenziell auf eine stärkere AfD-Wahlabsicht von Personen mit mittlerer und höherer Statuslage hin. Wahlkampfstrategien anderer Parteien, die auf die materiellen Interessen der Modernisierungsverlierer ausgerichtet sind, werden daher wahrscheinlich nicht dazu führen, die Zahl der potenziellen Wähler der AfD maßgeblich zu verringern.

Online first erschienen in: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 2017, DOI 10.1007/s11577-017-0446-1. Siehe full text view version (keine Downloadrechte) hier.