09.06.2016
| Roger Berger

Donnerstag 23. Juni - Tagungsworkshop "Studentischer Workload: Definition, Messung und Einflüsse"

Tagungsworkshop - Studentischer Workload: Definition, Messung und Einflüsse

Tagungsdatum: 23. Juni 2016
Tagungsort: Universität Leipzig
Vortragssaal der Hauptbibliothek (Bibliotheca Albertina) Beethovenstraße 6 | Erdgeschoss

 

 

Mit der Bologna-­‐Reform ist an den deutschen Universitäten der Workload zum zentralen Begriff in der Studiengangs-­‐ und Lehrplanung geworden. Er gilt als eine wichtige Kenngröße, von der sich Aussagen über die Studierbarkeit und somit letztlich der Qualität einzelner Module oder ganzer Studiengänge ableiten lassen.

Gleichwohl die empirische Evidenz des Workloads deshalb von ebenso großer Bedeutung sein müsste, wird er in der Hochschulpraxis jedoch kaum untersucht. So gaben in einer Umfrage der Hochschulrektorenkonferenz nur etwa die Hälfte der Hochschulen an, entsprechende Analysen zur Arbeitsbelastung durchzuführen. Neben normativen Vorbehalten, begründet sich dies wohl vor allem in dem Fehlen theoretischer Grundlagen und in methodischen Problemen. Denn der Workload-­‐Messung, als einer speziellen Form der Zeitbudget-­‐Studien, mangelt es sowohl an grundlegendem theoretischen Wissen, als auch an notwendigen Erfahrungswerten, um die zahlreichen methodischen Herausforderungen zu meistern. Das wirft nicht nur die Frage auf, inwieweit die bekannten spärlichen Ergebnisse valide sind, sondern vor allem, wie ein theoretisches Fundament gelegt und das methodische Defizit angegangen werden kann.

Diesen Fragen widmet sich der Konferenzworkshop von "QuanteL" Zentrums für Quantitative Empirische Sozialforschung Leipzig.Dabei stehen drei zentrale Themenbereiche im Fokus:

Theoretische Grundlagen: Was ist unter studentischem Workload zu verstehen? Wie breit sollte die De-­‐ finition gefasst werden (z. B. Einschluss von Wegestrecken, außeruniversitären Aktivitäten etc.)?

Messung und Verteilung: Wie kann studentischer Workload valide gemessen werden (Forschungsdesigns etc.)? Welche methodischen Schwierigkeiten können dabei auftreten? Und wie kann diesen Problemen entgegengetreten werden? Wie ist studentischer Workload empirisch verteilt? Was sind typische Mittelwerte und Streuungen für Präsenz-­‐ und Selbststudium?

Einflüsse: Durch welche Faktoren wird der studentische Workload beeinflusst? Spielen Unterschiede in den Studiengängen, Modulen und Lehrveranstaltungen in Bezug auf die Variation des studentischen Arbeitsverhaltens eine Rolle?