Institut für Soziologie

Das Profil des Instituts für Soziologie

Soziologie in Leipzig

Soziologie ist eine Erfahrungswissenschaft, die soziale Zusammenhänge auf unterschiedlichen Ebenen (von der Paarbeziehung und der Kleingruppe bis hin zu Organisationen und Gesamtgesellschaften) theoretisch erklärt. Sie strebt eine werturteilsfreie Analyse auf der Grundlage empirischer Daten an und sollte weder mit der Anleitung zu politischer Aktion noch mit Sozialarbeit noch mit einer Methode der Selbstfindung verwechselt werden. Soziologie ist nicht eine Wissenschaft mit den Menschen, sondern über die Menschen im sozialen Kontext.

In Leipzig wird Soziologie als empirisch orientierte Sozialwissenschaft betrieben, die auf der Grundlage theoretischen Wissens Aussagen über Kausalbeziehungen formuliert und an der sozialen Realität prüft. Zur Prüfung theoretischer Annahmen werden Methoden der systematischen Datenerhebung (z.B. Befragung, Experiment, Beobachtung) und der schließenden Statistik (z.B. Signifikanztests) verwendet. Diese empirische Ausrichtung verlangt im Studium die Fähigkeit und Bereitschaft zu analytischem Denken und zur Anwendung elementarer Grundbegriffe der Mathematik, die allerdings im Bachelorstudium kaum über das Schulwissen auf Abiturniveau hinausgehen oder in der Ausbildung vermittelt werden (Stochastik, Statistik). Ferner wird Wert gelegt auf eine klare theoretische Argumentation. Soziologische Theorien zielen darauf ab, die sozialen Bedingungen des menschlichen Handelns und Interagierens sowie die (häufig paradoxen oder nicht intendierten) gesellschaftlichen Folgen aufzuzeigen. Es wird dazu vor dem Hintergrund klassischer Analysen von Theoretikern wie Durkheim, Weber, Merton, Parsons und Coleman auf aktuelle Beiträge zur Handlungs- und Interaktionstheorie Bezug genommen, wozu gelegentlich Ideen aus empirischen Nachbarwissenschaften (z.B. Psychologie, Ökonomik) aufgegriffen werden. Auch in diesem Zusammenhang können formale Verfahren und Methoden (z.B. der Spieltheorie) wichtig werden. Erwartet wird im Studium die Fähigkeit, sich sprachlich angemessen und differenziert auszudrücken. Bereits zu Beginn des Studiums werden regelmäßig englischsprachige Fachtexte verwendet.

Das Institut verfügt über sechs Professuren, die ein breites Spektrum von Forschungs- und Lehrgebieten abdecken. Dazu kommt eine Lehrkraft für die Statistikausbildung. Derzeit befinden sich pro Jahrgang etwa 80 Studierende im Bachelor- und etwa 20 im Masterstudium. Die Ausstattung mit Räumen ist gut und das Institut verfügt über einen eigenen Computer-Pool, der für Lehre und Forschung genutzt wird.

Der Geschäftsführende Direktor des Instituts

Studieninhalte und Studienziele

B.A. Soziologie

Der Studiengang B.A. Soziologie vermittelt Wissen zu folgenden Bereichen:

  • Grundzüge der Soziologie: Einführung in Problemstellungen und Grundbegriffe
  • Soziologische Theorie und Theoriegeschichte
  • Methoden der empirischen Sozialforschung und der Statistik
  • Spezielle Soziologien und spezielle Schwerpunkte

 

Inhaltliche Schwerpunkte sind u.a. Sozialstrukturanalyse, Bildungs- und Familiensoziologie; Soziologie abweichenden Verhaltens; Wirtschafts- und Organisationssoziologie; Entstehung und Wirkungen sozialer Normen und Institutionen; soziologische Aspekte der europäischen Integration; spieltheoretische Experimente zu Kooperation und Solidarität.

In das Studium ist ein Forschungsseminar integriert. Dieser Zwei-Semester-Kurs macht anhand praktischer Übungen mit elementaren Methoden der empirischen Sozialforschung, der Anwendung statistischer Programmpakete und der Interpretation statistischer Auswertungen vertraut.

Ziel des Studiums ist die Vermittlung von Kenntnissen und Fähigkeiten, die sowohl auf ein weiterführendes universitäres Studium als auch auf außeruniversitäre Tätigkeiten vorbereiten. Diese sind mit anderen Wissenschaftszweigen und Praxisfeldern verflochten. Deshalb wird der Fähigkeit zur disziplinären und interdisziplinären Kommunikation und Kooperation besonderes Gewicht beigemessen. Dies wird unter anderem dadurch ermöglicht, dass das Fach Soziologie mit einem Wahlpflichtbereich kombiniert wird. Im Verlauf des Studiums können die Studierenden Schwerpunkte in der Soziologie wie im Wahlpflichtbereich setzen. Das gibt Ihnen die Möglichkeit, ihre besonderen wissenschaftlichen und beruflichen Interessen zu verfolgen.

M.A. Soziologie

Der Studiengang M.A. Soziologie setzt das Profil des Instituts direkt um. Er ist grundlagen- und forschungsorientiert und erfordert in besonderem Maße die Bereitschaft zur Arbeit mit formalen Verfahren der Theoriebildung und der Statistik. Es werden Kompetenzen in den folgenden Bereichen vermittelt:

  • Soziologische Theorie, insbesondere formale Theorie- und Hypothesenbildung, z.B. mit spieltheoretischen Modellen
  • Kausalanalyse mit komplexen Regressionsverfahren
  • Anwendung von Theoriebildung und Datenanalyse in einem Forschungsseminar.

 

Inhaltlich liegen die Schwerpunkte in den Bereichen

  • Sozialstrukturanalyse und Bildung
  • Europasoziologie und Institutionen
  • Kooperation und abweichendes Verhalten.

 

Pro Jahr können 24 Studierende angenommen werden.

Berufliche Perspektiven

Der B.A. Soziologie qualifiziert für Tätigkeiten in vielen verschiedenen Berufsfeldern und stellt die Zugangsvoraussetzung zum Studiengang M.A. Soziologie dar. Das Studium vermittelt jedoch keine Kenntnisse oder Fähigkeiten, die sich unmittelbar in spezifischen beruflichen Aufgabenfeldern anwenden lassen. Die Studierenden werden jedoch befähigt, elementare soziologische Erkenntnisse und die in Leipzig besonders wichtigen empirischen Forschungsmethoden in verschiedenen Berufsfeldern anzuwenden. Durch die Wahl von Wahlfach bzw. Wahlbereichen und Abschlussarbeitsthemen können Studierende zudem eigene Akzente setzen und die Weichen für spätere berufliche Tätigkeiten stellen. Aufgrund der im Studium an der Universität Leipzig erworbenen breit gefächerten Kompetenzen sind die Arbeitsmarktaussichten für Soziologinnen und Soziologen im Allgemeinen deutlich günstiger als für geisteswissenschaftliche Studiengänge.

Der M.A. Soziologie ist stark forschungsorientiert und befähigt insbesondere zu quantitativ-analytischer Sozialforschung innerhalb und außerhalb des universitären Bereichs. 

Durch regelmäßig selbst durchgeführte Befragungen ist bekannt, dass Leipziger Absolventen häufig in den folgenden Bereichen arbeiten:

  • Wissenschaft und private Forschung (insbesondere M.A.)
  • Bildung
  • Verwaltung
  • Medien- und Öffentlichkeitsarbeit
  • Unternehmens- und Politikberatung
  • Stiftungen und Nichtregierungsorganisationen