Kontakt

Universität Leipzig
Institut für Soziologie
Beethovenstraße 15
04107 Leipzig

Raum H3 1.12
Telefon +49 (0)341 / 97-35609
E-Mail clara.dilger@uni-leipzig.de

Sprechstunde nach Absprache per Mail.

Arbeitsgebiete

  • Politische Soziologie / Rechtspopulismus
  • Einstellungsforschung
  • Europäisierung / Europäische Integration

Persönliches

Akademische Berufstätigkeit

  • Seit 06/2020: Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt "Kulturelle und sozioökonomische Spaltung und Rechtspopulismus in der deutschen Gesellschaft" (Teilprojekt des Forschungsinstituts gesellschaftlicher Zusammenhalt)
  • 01/2020-05/2020: Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt "Mittelschichten, institutioneller Wandel und Statusverunsicherung (ProMIS)" am Institut für Soziologie, Lehrstuhl "Institutionen und sozialer Wandel", Universität Leipzig
  • 01-12/2019: Wissenschaftliche Mitarbeiterin im DFG-Projekt „Wie ausgeprägt ist die Solidarität zwischen den Bürgern und den Mitgliedsländern Europas?“ am Institut für Soziologie, Freie Universität Berlin.
  • 2014 bis 2018: Studentische Hilfskraft am Lehrstuhl für Soziologie, insb. Institutionen und sozialer Wandel, Universität Leipzig.

Studium

  • 2016 bis 2018: Master Soziologie, Universität Leipzig.
  • 07-12/2018: Studienaufenthalt am Department of Sociology & Social Anthropology der Stellenbosch University, Südafrika.
  • 2013 bis 2016: Bachelor Soziologie, Universität Leipzig.

Projekte

Kulturelle und sozioökonomische Spaltung und Rechtspopulismus in der deutschen Gesellschaft

(Teilprojekt des Forschungsinstituts gesellschaftlicher Zusammenhalt FGZ)

Projektleitung: Prof. Dr. Holger Lengfeld

Wissenschaftliche Mitarbeiterin: Clara Dilger (M.A.)

Förderung: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Laufzeit: 01.06.2020 – 31.05.2024

Website: www.fgz-risc.de/forschung/alle-forschungsprojekte/details/LEI_F_06

Forschungsfragen:

In dem Teilprojekt werden Ursachen der Wahl einer rechtspopulistischen Partei sowie von rechtspopulistischen Einstellungen untersucht. Dabei werden die Thesen der politisch-kulturellen sowie der ökonomischen Spaltung der deutschen Bevölkerung mit Umfragedaten geprüft. Besonders das politische Verhalten der Bevölkerung in Ostdeutschland wird fokussiert. Weiterhin soll die Frage geklärt werden, warum sich mehr Männer als Frauen mit populistischen Parteien identifizieren.

Es werden folgende Annahmen näher untersucht:

  1. In der Debatte um die Spaltung der deutschen Bevölkerung in „Kosmopoliten“ und „Kommunitaristen“ lassen sich in Deutschland zwei entgegengesetzte wertbezogene Gesellschaftsbilder empirisch ermitteln: ein traditional-geschlossenes und ein freiheitlich-offenes Weltbild. Die Dimensionen dieser Gesellschaftsbilder sind unter anderem Einstellungen zu Multikulturalismus, Autoritarismus, Universalismus von Rechten, internationaler Multilateralismus und Solidarität, Geschlechterrollen und Familienleitbild, Homosexualität, Klimawandel.
  2. Die Wirkung dieser Gesellschaftsbilder soll als Ursache der Haltung zu populistischen Einstellungen, zur liberal-repräsentativen Demokratie und der Absicht zur Wahl einer (rechts)populistischen Partei untersucht werden. Zudem sollen Wirkungen der sozioökonomischen Spaltung der Bevölkerung in Modernisierungsgewinner*innen / -verlierer*innen geprüft werden.
  3. Es wird vermutet, dass Ostdeutschland ein höheres Niveau an Zustimmung zum traditional-geschlossenen Gesellschaftsbild aufweist. Subjektive Faktoren wie das Empfinden fehlender Anerkennung der eigenen Bezugsgruppe (etwa geringere Repräsentanz auf Führungspositionen) und relative Deprivation im Vergleich zu Westdeutschen sind bei gebürtigen Ostdeutschen Mediatoren des Zusammenhangs von Gesellschaftsbild und politischen Einstellungen beziehungsweise Verhaltensintentionen.
  4. Geprüft werden soll, inwiefern der Anteil der Männer, die sich mit rechtspopulistischen Positionen identifizieren, höher ist in Singlehaushalten und in heterosexuellen Paarbeziehungen, in denen die Partnerin ein traditional-geschlossenes Gesellschaftsbild vertritt oder indifferent ist.

Forschungsmethode:

Im Rahmen eines eigens für das FGZ eingerichteten Datenzentrums wird eine wiederholte stichprobenkontrollierte Haushaltsbefragung durchgeführt. Dieses ab 2021 geplante Zusammenhaltspanel besteht aus Fragekomplexen verschiedener Teilprojekte, die unter anderem auf die Beantwortung der hier beschriebenen Forschungsfragen abzielen. Zusätzlich werden Sekundärdaten anderer groß angelegter Bevölkerungsumfragen (z.B. European Social Survey, sozio-ökonomisches Panel) ausgewertet.

Projekt Mittelschichten, institutioneller Wandel und Statusverunsicherung (ProMIS)


Projektleitung: Prof. Dr. Holger Lengfeld

Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen: Stephanie Pravemann, M.A.; Katharina Müller, M.A.; Clara Dilger, M.A.

Förderung: Deutsche Forschungsgemeinschaft (413.000 €)

Dauer: 15.02.2015-14.08.2019

ProMIS ist Teil der Projektgruppe OIKON, die mehrheitlich am Centrum für Globalisierung und Governance der Universität Hamburg angesiedelt ist.

Forschungsfragen:

Seit Beginn der 1990er Jahre lassen sich tiefgreifende institutionelle Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt, in der sozialen Sicherung und der Lohnpolitik beobachten, wie die Ausweitung flexibilisierter Beschäftigungsverhältnisse, veränderte soziale Absicherung und variable Entgeltformen. Mit diesem Wandel gehen die Zunahme von erwerbsverlaufsbezogenen Risiken, schwächere Aufwärtsmobilität und Einkommensschwankungen einher. Parallel wurden in den 2000er Jahren Anzeichen der Statusverunsicherung in der sozialstrukturellen Mitte der Gesellschaft ersichtlich, die eigene Wohlstandsposition nicht aufrechterhalten zu können. Die Vermutung lautet, dass der beschriebene Wandel zu einer institutionellen Inkomplementarität im deutschen Modell des koordinierten Kapitalismus geführt hat, der insbesondere in den Mittelschichten einen Anstieg an Statusverunsicherung und Abstiegsangst bewirkte.

Im Projekt ProMIS gehen wir folgenden Forschungsfragen nach:

  1. Inwiefern nehmen die Erwerbspersonen diese institutionellen Inkomplementaritäten als solche wahr, und inwieweit mündet diese Wahrnehmung in ein höheres Maß an subjektiver Statusverunsicherung insbesondere bei den Mittelschichten?
  2. Welche Folgen ergeben sich aus diesen Wahrnehmungen für langfristig bindende Entscheidungen in der Lebensführung?
  3. Welche positiven Vorstellungen über eine mögliche Re-Komplementarisierung, d.h. Wiederherstellung der institutionellen Balance, halten die Erwerbspersonen?
  4. Welche Effekte haben variierende Länderkontexte auf den Zusammenhang von Institutionen, Statusverunsicherung und Folgen im Schichtvergleich?

Forschungsmethode:

Auf der Basis einer theoretischen Klärung des Verhältnisses von institutionellem Wandel und (In-)komplementarität entwickeln wir Annahmen über deren Wahrnehmung und Verarbeitung durch die Erwerbspersonen im Schichtvergleich. Anschließend werden zwei stichprobenkontrollierte CAWI-Umfragen unter 3000 Erwerbspersonen in Deutschland durchgeführt.

Erste Publikationen:

  • Lengfeld, H. (2012): Paradoxien des Kapitalismus: Effekte variierender Arbeitsmarktinstitutionen auf Unsicherheitsempfindungen von Beschäftigten, in Soeffner, H.-G. (Hg.): Transnationale Vergesellschaftungen. Verhandlungen des 35. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Soziologie. Wiesbaden, VS-Verlag für Sozialwissenschaften (CD-ROM).
  • Lengfeld, H./Kleiner, T.-M. (2009): Flexible Beschäftigung und soziale Ungleichheit – Eine Synthese des Stands der Forschung. Arbeit, Zeitschrift für Arbeitsforschung, Arbeitsgestaltung und Arbeitspolitik 1: 46-62
  • Lengfeld, H./Hirschle, J. (2009): Die Angst der Mittelschicht vor dem Abstieg. Eine Längsschnittanalyse 1984-2007. Zeitschrift für Soziologie 38, 5: 379-399.

Publikationen

  • Gerhards, J. & C. Dilger, 2020: European Citizens’ Attitudes on the Return of Refugees to Their Home Country: Results from a Survey in 13 EU Member States. Politische Vierteljahresschrift 61(3): 503-524.
  • Lengfeld, H. & C. Dilger, 2018: Kulturelle und ökonomische Bedrohung. Eine Analyse der Ursachen der Parteiidentifikation mit der „Alternative für Deutschland“ mit dem Sozio-oekonomischen Panel 2016. Zeitschrift für Soziologie 47(3): 181-199.

Lehrveranstaltungen