Die Entstehung sozialer Normen

Bereich Theorie und Theoriegeschichte (Bachelor)
Dozent(en) Prof. Dr. Thomas Voss
Semester SS 2020
Intervall wöchentlich
Wochentag Dienstag
Uhrzeit 15:15
Raum NSG S 326
Typ Seminar
Stunden 2 SWS
Abschluss Leistungsschein
Beginn 07.04.20

Modulnummer: 06-002-121-1

Inhalt und Lernziele

Normen sind wichtig, um Kooperations-und Verteilungsprobleme auf verschiedenen Ebenen zu lösen. Sie tragen zur Entstehung und Aufrechterhaltung sozialer Ordnung („Hobbes‘Problem“) bei, können aber ebenso Konflikte, zum Beispiel Verteilungskonflikte, auslösen. In diesem Seminar werden Normen vorwiegend aus der Perspektive ihres Beitrags zur Lösung von Kooperationsproblemen betrachtet. Das Seminar wird sowohl in eine Reihe grundlegender theoretischer Erklärungsversuche sozialer Kooperationsnormen einführen als auch wichtige empirische Arbeiten behandeln. Es werden sowohl qualitative als auch quantitative sowie experimentelle empirische Analysen in die Seminardiskussion einbezogen.

Allgemeine Literaturempfehlungen:

Cristina Bicchieri, The Grammar of Society: The Nature and Dynamics of Social Norms,

Cambridge: Cambridge University Press, 2006.

Jon Elster, The Cement of Society. Cambridge: Cambridge University Press, 1989.

Jon Elster, “Norms”, Chapter 9 (S. 195-217) in: Peter Hedström und Peter Bearman (Eds.), The Handbook of Analytical Sociology, Oxford: Oxford University Press, 2009.

Michael Hechter und Karl-Dieter Opp (Hrsg.), Social Norms, New York: Russell Sage Foundation, 2001.

Joseph  Henrich et al. (editors), Foundations of Human Sociality: Ethnography and

Experiments in 15 Small-scale Societies, Oxford: Oxford University Press, 2004.

David Lewis, Convention: A Philosophical Study, Cambridge: Cambridge University Press, 1969.

Robert Sugden, The Economics of Rights, Co-operation and Welfare, second edition,

Basingstoke: Palgrave Macmillan, 2004.

Andreas Tutic, Johannes Zschache und Thomas Voss, “Soziale Normen”, S. 627-662 in: Norman Braun und Nicole Saam (Eds.), Handbuch Modellbildung und Simulation in den Sozialwissenschaften, Wiesbaden: Springer, 2015.

Edna Ullmann-Margalit, The Emergence of Norms, Oxford: Clarendon Press, 1977.

Ablauf der Veranstaltung

Jeder Teilnehmer ist an einem Referat beteiligt und schreibt zudem eine Hausarbeit. Ein Referat soll nicht länger als 15 Minuten dauern (bei zwei oder mehr Beteiligten entsprechend länger). Für die anschließende Diskussion sind die Referenten aufgefordert, die Diskussionsleitung zu übernehmen. In der Regel bezieht sich ein Referat auf einen zu der jeweiligen Sitzung angegebenen Beitrag. Da diese ohnehin von jeder Teilnehmerin gelesen werden (sollen), geht es nicht darum, den Inhalt chronologisch nachzuerzählen, sondern zu versuchen, eine Rekonstruktion der zentralen Argumente vorzubereiten und zu kritischer Diskussion anzuregen. Es sollen auch Fragen zum Textverständnis formuliert werden.

Kriterien für das Referat

In jedem Referat soll nach Möglichkeit ein visuelles Medium eingesetzt werden. Dies kann eine PowerPoint- oder PDF-Präsentation, OHP-Folien, Aufzeichnungen an der Tafel oder Ähnliches sein. Eine erste Fassung der Präsentation (pdf) ist vorab bis spätestens Freitag 12:00 Uhr vor dem Referatstermin einzureichen.

Kriterien für die Hausarbeit

Eine Liste von Themen für eine Hausarbeit, die sich im weitesten Sinn an den Referatsthemen orientieren, wird im Laufe der Vorlesungszeit vorgegeben. Jeder Teilnehmer soll sich bis spätestens in der letzten Veranstaltung (14.07.2020) auf ein Thema festlegen. Die Hausarbeit soll einen Umfang von ca. 5000 Wörtern haben. Das entspricht in etwa 12 - 15 Seiten bei 12pt Schriftgröße und 1,5 Zeilenabstand. Sie ist in ausgedruckter Form spätestens bis zum 11.08.2020 im Sekretariat bei Frau Müller abzugeben. Gleichzeitig ist eine pdf-Version der Hausarbeit per E-Mail an das Sekretariat zu senden (muellers@rz.uni-leipzig.de).

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