Prof. Dr.

Roger Berger

Institut für Soziologie

Contact

Universität Leipzig, Institut für Soziologie
Beethovenstr. 15, 04107 Leipzig

Raum H4 1.05
Telefon +49 (0)341 / 9735-691 / -690
E-Mail berger@sozio.uni-leipzig.de

Sprechzeit Dienstag 10-11 Uhr

 

 

Fields of Research

  • Methoden der empirischen Sozialforschung, insbesondere experimentelle Designs
  • Spieltheoretisch fundierte Kooperationsforschung, soziale Dilemmata
  • Konsum- und Wirtschaftssoziologie, insbesondere Sucht- und Gewohnheitsverhalten

Curriculum Vitae

 

Positionen

Seit 2011 Professor am Institut für Soziologie der Universität Leipzig

2009 - 2010 Lehrstuhlvertretungen und Forschungsaufenthalte an den Universitäten Leipzig und Mannheim, sowie an der ETH Zürich

2006 - 2008 Stipendiat des SNF an der Universität Leipzig

2000 - 2009 Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Assistent an der LMU München

1998 - 2000 Wissenschaftlicher Mitarbeiter in DFG-Drittmittelprojekt an der Universität Leipzig

1997 - 1998 Wissenschaftlicher Assistent in SNF-Drittmittelprojekt an der Universität Bern

Herausgeberschaft

Member of the Advisory Board of Social Science Research

Ausbildung

2010 Habilitierung an der LMU München mit der Venia "Soziologie"

2003 Promotion zum Dr. rer. pol. an der Universität Leipzig

1997 Abschluss zum lic. rer. soc. an der Universität Bern
Studium der Soziologie, Neueren Allgemeinen Geschichte und Wirtschaftsgeschichte an den Universitäten Basel, Bern und Leipzig

Auszeichnung

3. Preis der Fritz Thyssen Stiftung für sozialwissenschaftliche Aufsätze 2007. Für: Berger Roger und Rupert Hammer. 2007. Die doppelte Kontingenz von Elfmeterschüssen. Eine empirische Analyse. Soziale Welt 58: 397-418.

Projects

QuanteL -- Zentrum für quantitative empirische Sozialforschung

QuanteL

Die faire Aufteilung von Verlusten

Verteilungsprobleme gehören zu den Herausforderungen von individuellen und korporativen Akteuren. Aktuell zeigt z.B. die Debatte um die Verteilung von Flüchtlingskontingenten die Relevanz solcher Fragen. Dieses Beispiel zeigt auch, dass in der Realität durchaus nicht nur Gewinne, z.B. Budgetanteile, verteilt werden, sondern, dass nicht selten über die Verteilung von Kosten verhandelt wird. Es stellt sich deshalb die Fragen, wie sich Akteure verhalten, wenn sie sich in einer solchen Verlustsituation befinden und was ihr Verhalten beeinflusst.

Ein Modell dieser sozialen Verhandlungssituation ist das Ultimatumspiel. In der Literatur finden sich zahlreiche Studien, die sich mit dem Verhalten von Akteuren im Ultimatumspiel befassen. Dabei fokussieren die Studien weitestgehend auf Situationen, in denen das aufzuteilende Gut beiden Spieler einen positiven Nutzen stiftet. Situationen mit negativem Nutzen, also Kosten, wurden bisher kaum analysiert.

Dieser Projektantrag befasst sich deshalb mit Situationen, in denen der Verhandlungsgegenstand einen negativen Nutzen stiftet, bzw. stiften würde. Konkret werden, als Ultimatum- und Diktatorspiel modelliert, soziale Verhandlungssituationen untersucht, in denen die Entscheider einen (drohenden) Verlust untereinander aufteilen müssen.

Theoretisch ist das Thema wenig analysiert. Einzig die Prospekttheorie macht explizit, empirisch überprüfbare Aussagen zum Verhalten von Menschen in Verlustsituationen. Diese sagen für soziale Verhandlungsproblemen im Verlustbereich ein signifikant anderes Verhalten als im Gewinnbereich vorher.

Allerdings bezieht sich die Prospekttheorie auf parametrische Entscheidungssituationen, bei denen das Ergebnis nur von einem Akteur abhängt. Die beschriebenen Verhandlungssituationen sind allerdings strategisch. Das Ergebnis hängt immer von beiden beteiligten Akteuren ab. Die theoretische Grundlage des Antrags besteht deshalb darin, die Prospekttheorie mit der gut ausgearbeiteten Spieltheorie zu kombinieren um Prognosen zu Verhandlungssituationen im Verlustbereich zu erhalten.

Im inhaltlichen Fokus der geplanten Untersuchungen steht die Rolle von Fairness. Fairness ist einerseits im Gewinnbereich sehr gut untersucht. Andererseits kann sie bereits in einfachen, einmaligen Verhandlungssituationen wirken. Die Kombination von spieltheoretischen Modellen mit den Annahmen der Prospekttheorie auf Fairnessprobleme führt dazu, dass wesentlich die Wirkung von sozialen Präferenzen und sozialen Normen untersucht wird.

Methodisch konzentrieren wir uns auf Laborexperimente. Dabei ist es entscheidend Verluste als reale Konsequenzen zu induzieren. Gestützt durch empirische Vorarbeiten, sollen die Probanden eine (positive) monetäre Auszahlung (deutlich) vor dem eigentlichen Experiment erhalten. Im eigentlichen Experiment wird diese Auszahlung den Entscheidungen entsprechend dann wieder reduziert.

Mitarbeit: Roger Berger

Förderung: DFG (BE 2373/4-1), Fördersumme Teilprojekt Leipzig 205'000 €

Kooperationspartner: Professor Dr. Dr. Bodo Vogt, Dr. Thomas Neumann - beide Lehrstuhl Empirische Wirtschaftsforschung, Otto von Guericke Universität Magdeburg,

Opinion Dynamics and Cultural Conflict in European Spaces - ODYCCEUS

Mitarbeit: Roger Berger, Stephan Poppe, Marcel Sarközi

Förderung: European Union, Horizon 2020, FETPROACT-01-2016, Fördersumme Teilprojekt Leipzig 333'000 €

Collaborating Institutions:

MAX PLANCK INSTITUTE FOR MATHEMATICS IN SCIENCE MPI MIS, LEIPZIG

UNIVERSITA CA' FOSCARI, VENEZIA

CHALMERS TEKNISKA HOEGSKOLA AB, GÖTEBORG

UNIVERSITE PIERRE ET MARIE CURIE - PARIS 6, PARIS

UNIVERSITE PARIS DIDEROT - PARIS 7, PARIS

VRIJE UNIVERSITEIT, BRUSSEL

UNIVERSITEIT VAN AMSTERDAM

 

Project:

Social media and the digitization of news and discussion fora are having far-reaching effects on the way individuals and communities communicate, organize, and express themselves. Can the information circulating on these platforms be tapped to better understand and analyze the enormous problems facing our contemporary society? Could this help us to better monitor the growing number of social crises due to cultural differences and diverging world-views? Would this facilitate early detection and perhaps even ways to resolve conflicts before they lead to violence? The Odycceus project answers all these questions affirmatively. It will develop the conceptual foundations, methodologies, and tools to translate this bold vision into reality and demonstrate its power in a large number of cases.

Specifically, the project seeks conceptual breakthroughs in Global Systems Science, including a fine-grained representation of cultural conflicts based on conceptual spaces and sophisticated text analysis, extensions of game theory to handle games with both divergent interests and divergent mindsets, and new models of alignment and polarization dynamics. The project will also develop an open modular platform, called Penelope, that integrates tools for the complete pipeline, from data scraped from social media and digital sources, to visualization of the analyses and models developed by the project. The platform features an infrastructure allowing developers to provide new plug-ins for additional steps in the pipeline, share them with others, and jointly develop the platform as an open source community. Finally, the project will build two innovative participatory tools, the Opinion Observatory and the Opinion Facilitator, which allow citizens to monitor, visualize and influence the dynamics of conflict situations that involve heterogeneous cultural biases and non-transparent entanglements of multilateral interests.

 



Sozioökonomische Determinanten der Biodiversität am Fluss Bafing in Guinea

Mitarbeit: Dipl.Soz. Lukas Bösch

Gefördert durch: Deutscher Akademischer Auslandsdienst (DAAD), Wild Chimpan­zee Foundation (WCF), Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie (MPI EVA), Black Bridge

Bei einer Erhebung der Schimpansenpopulation Guineas sticht eine Tatsache besonders hervor. Die negative Korre­lation, welche üblicherweise zwischen der Bevölkerungsdichte und dem Schimpansenvorkommen beobachtet wird, kann in Guinea nicht ermittelt werden. Ausgerechnet in einer besonders bevölkerungsdichten Region des Landes le­ben die meisten Schimpansen.  Diese Tatsache ist von hoher Relevanz, zeigt sie doch, dass das Verhältnis von Menschen und Schimpansen nicht starren Gesetzmäßigkeiten folgt, sondern durchaus variieren kann.

In dieser Arbeit wird davon ausgegangen, dass soziale Institutionen und Normen diese Variation bedin­gen. Soziale Institutionen regeln sowohl das Verhältnis von Menschen zueinander, wie auch das Verhält­nis von Menschen zu ih­rer Umwelt. Es gilt also herauszufinden, welche sozialen Institutionen dafür sorgen, dass die negative Korrelation zwischen Bevölkerungsdichte und Schimpansenvorkommen in Guinea aufgehoben wird.

Um diese Frage zu beantworten, müssen vorerst genügend und präzise Daten beschafft werden. In Kooperation mit Forschern der Abteilung für Primatologie des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie (MPI EVA) und einer in Guinea tätigen NGO, der Wild Chimpan­zee Foundation, wird zu diesem Zwecke eine Felderhebung durchge­führt. Die biologischen Daten wer­den von Forschern des MPI EVA zur Verfügung gestellt. Die geografischen Daten werden durch ein von Black Bridge aufgenommenes Satellitenfoto geliefert. Die Mes­sung der sozioökonomischen Daten geschieht durch zwei mehrmonatige Feldaufenthalte vor Ort. Sozio­ökonomische und biologische Daten können dann mit geographischen Daten in einem statistischen Modell kombiniert werden. Damit kann der Einfluss der un­terschiedlichen sozioökonomischen Variablen auf die Schimpansenpopula­tion und ihre Umwelt ermittelt werden und auf theoretische Modelle zur Wirkung von sozialen Institutionen und Normen zurückge­schlossen werden.

Die externe Validität des soziologischen Laborexperiments (BE 2372/3-1)

Mitarbeit Leipzig: Prof. Roger Berger, MA Bastian Baumeister, Anna Wolf

Mitarbeit München: Dr. habil. Marc Keuschnigg, Dipl. Soz. Felix Bader, Fabian Thiel

Gefördert durch: Deutsche Forschungsgemeinschaft 

Vorhaben

Das Laborexperiment weist gegenüber ex-post-facto-Designs (z.B. Befragung) einen entscheidenden methodischen Vorteil auf: Die interne Validität bei der Überprüfung von kausalen Verhaltensaussagen ist maximal. Die methodischen Probleme von soziologischen Laborexperimenten liegen in der ungeklärten externen Validität, also der potenziell beschränkten Übertragbarkeit auf die „reale Welt“ (z.B. Campbell und Stanley 1973). Daher befasst sich dieses Projekt mit der externen Validität von experimentell gefundenen Stimuluseffekten und Populationsanteilswerten. Die erwarteten Resultate sollen eine begründete Bewertung bisheriger laborexperimenteller Befunde erlauben und relevante Stellschrauben zum verbesserten Design zukünftiger Labor- und Online-Experimente bestimmen.


Laborexperimente werden in der Soziologie zwar schon lange durchgeführt. Dennoch werden sie bis heute ambivalent betrachtet, obwohl insbesondere die internationale soziologische Grundlagenforschung stark durch laborexperimentelle Untersuchungen (z.B. ETH Zürich, CESS Oxford, ICS in den Niederlanden) getragen wird. In der Psychologie und seit einiger Zeit auch in der Ökonomik stellen Laborexperimente dagegen eine unumstrittene Methode zur Untersuchung menschlichen Verhaltens dar. Leider bleiben zentrale methodologische Fragen aber auch in den beiden Nachbardisziplinen ungelöst. Die Psychologie verfügt zwar über einen ausgearbeiteten Methodenkanon. Wegen anderer Fragestellungen (z.B. Untersuchung kognitiver Prozesse statt sozialer Interaktion) und anderer methodischer Vorgaben (z.B. Verpflichtung von Studierenden zu Experimentteilnahmen) sind diese methodischen Vorgaben jedoch kaum für soziologische Zwecke verwendbar. Methoden und Fragestellungen der ökonomischen Laborforschung sind denjenigen in der Soziologie zwar ähnlich. Trotz häufiger Verwendung von Laborexperimenten sind Fragen zu deren externen Validität in der Ökonomik bisher aber kaum thematisiert worden.


Erst in jüngster Zeit sind einige Publikationen dazu erschienen, die – nicht überraschend – kein eindeutiges Bild ergeben. Unter welchen Bedingungen und in welchem Ausmaß Ergebnisse von Laborexperimenten extern valide sind, ist bisher in allen drei Disziplinen kaum systematisch untersucht worden. Auffallend ist, dass sich bisherige Resultate fast ausschließlich auf europäische und nordamerikanische Studierende beziehen. Das Problem einer begrenzten Verallgemeinerbarkeit über studentische Probandenpools hinaus ist damit nahe liegend. Weitere Gefährdungen der externen Validität können durch Selektionseffekte beim Rekrutierungsprozess, durch Reaktivität im Labor und durch Lern- und Wiederholungseffekte bei erfahrenen Probanden entstehen. Dies zeigt die Notwendigkeit entsprechender methodologischer Untersuchungen, die die bisherigen Einzelergebnisse auf ein breiteres Fundament stellen können.
Geplant ist deshalb eine Serie paralleler Experimente in Leipzig und München mit (a) studentischen Probanden. Die Experimente sollen sowohl im Labor, als auch online durchgeführt werden. Weiterhin sollen Experimente online mit nicht-studentischen Probanden aus (b) der allgemeinen Wohnbevölkerung und (c) aus verschiedenen, insbesondere nicht-westlichen Ländern durchgeführt werden. Inhaltlich werden bekannte Entscheidungssituationen aus der sozialwissenschaftli-chen Kooperationsforschung verwendet (Diktator- und Ultimatumspiel, Gefangenendilemma), die einen guten Vergleich mit der bisherigen Forschung ermöglichen. Die Identifikation von Gefähr-dungen der externen Validität in soziologischen Laborexperimenten erfolgt durch einen systematischen Vergleich der in den Experimentalreihen gemessenen Zielvariablen. Folgende Untersuchungsbedingungen sind vorgesehen:

  • Identische Laborexperimente an zwei Forschungsstandorten (Paralleltest-Reliabilität)
  • Mehrfache Einladung studentischer Probanden ins Labor zur Untersuchung von Lern- und Wiederholungseffekten (Test-Retest-Reliabilität).
  • Variation der Einladebemühungen zur Identifikation von Effekten der Selbstselektion.
  • Variation der Anonymität zwischen Experimentalteilnehmern und gegenüber dem Laborleiter (Reaktivität).
  • Online-Experiment mit studentischen Teilnehmern zum systematischen Vergleich laborex-perimentell und online erhobener Verhaltensdaten (Validität des Online-Experiments).
  • Online-Experiment mit einer Zufallsstichprobe aus der allgemeinen Wohnbevölkerung (deutschlandweite Generalisierbarkeit).
  • Online-Experiment mit internationaler Teilnehmerschaft (interkulturelle Generalisierbarkeit).

 

 

Befragung von Ärzten und Patienten zur Akzeptanz der Telemedizin in Sachsen

Kooperation und Mitarbeit: Dr. Theresa Seitz, Consilium Dermatologicum GbR, Anett Nötzold 

Idee:

Stellt sich ein Patient mit dermatologischen Beschwerden bei seinem Hausarzt vor, erhebt der Hausarzt die entsprechende Krankheitsgeschichte des Patienten und schickt diese zusammen mit einem aussagekräftigen Foto über die sicheren telemedizinischen Strukturen des Consilium Dermatologicum Netzwerkes an den nächstgelegenen Hautarzt. Dieser Hautarzt sichtet den Befund und gibt entsprechende Behandlungsempfehlungen, die unter Umständen auch die zeitnahe Vorstellung des Patienten in der Hautarztpraxis beinhalten können, an den behandelnden Hausarzt.  Dies ermöglicht dem Patienten eine zeitnahe haut­ärztliche Vorstellung ohne lange Anfahrtswege, Wartezeiten oder etwa einer gefährlichen Verschleppung der Erkrankung.

Problem:

Telemedizin wird auf politischer Ebene durch das E-Health-Gesetz vom 04. Dezember 2015 immer mehr in den Mittelpunkt der ärztlichen Versorgung gerückt. Dabei wird jedoch eine Zurückhaltung der Ärzte und weiterer Beteiligten im Gesundheitswesen bei der Umsetzung bemerkt.

Vorhaben:

Telemedizin wird derzeit erst zögerlich angenommen. Das Ziel des beantragten Projekts im Rahmen der IHK Förderung “Wirtschaft trifft Wissenschaft” ist deshalb, die Gründe dafür heraus zu finde. Dies soll mit einer Befragung von Ärzten und Patienten im Freistaat Sachsen geschehen. Die identifizierten Faktoren sollen dann bei der weiteren Umsetzung des Teleme­dizin Projektes berücksichtigt werden.

Aktuelle Trends und Gegebenheiten auf dem Markt der freien Musiker -­ Wie funktioniert der regionale und nationale Musikermarkt? 

Mitarbeit: BA Anja Milnikel

                Musik Buchen GbR, Hohe Str. 27, 04107 Leipzig, Carlo Queitsch

Gefördert durch: Industrie und Handelskammer Leipzig

 

Hintergrund

Tuttisolo ist eine Leipziger Musikerplattform im Internet, die Musiker und Veranstalter verbindet. Dabei können sich die Musiker mit einem Profil professionell präsentieren. Tonbeispiele, Fotos, Lebenslauf, Videos und Konzertkalender gehören dabei zur kostenfreien online-­Präsentation. Die Suche eines Musikers seitens der Veranstalters ist mit wenigen Klicks möglich, da die Detailsuche eine Auswahl nach Stilrichtung (Klassik, Jazz u. a.), Instrument oder Stimmlage ermöglicht. Außerdem gibt es eine Unterteilung in Profis, Musikstudenten und Musikliebhaber.


Musiklehrer, welche ein Instrument oder Gesang unterrichten sind ebenfalls mit auf der Musikerplattform vertreten. Der Gegenpart ist in diesem Fall der Schüler, welcher eine Buchungsanfrage an den ausgewählten Lehrer schickt. Die derzeitige Ausrichtung konzentriert sich auf Klassik und Jazz. Für andere Stilrichtung ist die Plattform natürlich jederzeit offen.


Das Portal soll Musiker und Veranstalter sowie Lehrer und Schüler zusammenzuführen. Die Benachrichtigung der jeweiligen Seite erfolgt per interner Nachricht. Eine gegenseitige
Bestätigung führt zur verbindlichen Buchung des Musikers bzw. Lehrers. Das Leipziger Portal
spricht alle nationalen Musiker und Veranstalter an.


Um aufzuzeigen, welche Möglichkeiten tuttisolo seinen Musikern bietet, wurde ein Ensemble gegründet. Dieses besteht ausschließlich aus Musikern die auf Tuttisolo angemeldet sind. Mit diesem sind wir zur Audioinvasion im Gewandhaus aufgetreten. Die Videos dieses Auftritts sind mit mehr als 150.000 Aufrufen bei Youtube zu finden.

Zielstellung

Zur Optimierung des Dienstleistungsangebotes möchten wir herausfinden, wie sich Angebot und Nachfrage auf dem derzeitigen Markt der freien Musiker bzw. der Hochschulabsolventen verhalten. Daraus sollen Schlüsse gezogen werden können, die zu Optimierungen der bisher
beschrittenen Wege führen.


Grund: Bisher finden sich Musiker und Veranstalter, Schüler und Lehrer nur durch langjährig gewachsene persönliche Netzwerke. Für neue Musiker in einer Stadt wie Leipzig dauert es bis zu zwei Jahre, bis man Gelegenheiten für Auftritte und Unterricht durch sein bis dahin aufgebautes Netzwerk erhält. Dies gilt auch für die Absolventen der Musikhochschulen deren Chancen auf dem Musikermarkt wir gerne verbessern wollen. Wir möchten herausfinden, ob es jetzt schon Alternativen zu dieser Vorgehensweise gibt und wie diese sich auch auf andere Städte übertragen lassen. Darüber hinaus ist die Ansprache und Akquise von Veranstaltern ein weiterer Schwerpunkt.

In Bezug auf die betriebswirtschaftliche Sinnhaftigkeit möchten wir mit Hilfe der Universität Leipzig herausfinden, ob die Website www.tuttisolo.de die Aussicht auf ein tragfähiges
Geschäftsmodell bietet. Dabei soll im Besonderen untersucht werden, inwieweit Musiker und
oder Veranstalter bereit sind, für eine Dienstleistung der Vermittlung untereinander, zu bezahlen.
Ebenso ist dabei die ungefähre Höhe dieses Beitrages (in Euro oder Prozent des Geschäftes) zu
bestimmen.


Seit etwa 12 Monaten ist die Website www.tuttisolo.de online und hat bisher gut 800 Musiker als
Mitglieder gewinnen können. Wir möchten durch die Befragung herausfinden, ob die Befragten
mit dem Angebot auf der Website und den Abläufen im Buchungsprozess zufrieden sind oder ob
dort Optimierungsbedarf besteht. Ziel sollte sein, in der Befragung herauszufinden, wo derzeit
Mängel im Webangebot zu finden sind und wo dringender Handlungsbedarf besteht. Im Idealfall
finden sich Detailänderung mit großer Wirkung für Musiker, Portalbetreiber und Auftraggeber.

Lösungsweg & Innovation

Das Soziologische Institut der Universität Leipzig soll dabei helfen die oben beschriebenen Fragestellungen mittels einer Befragung unter Musiker, Lehrern, Schülern sowie Agenturen und Veranstaltern zu erörtern.
Monatsplan mit Meilensteinen:


Die derzeitige Situation am Markt für freie Musiker ist durch ein Überangebot von Musikern und einem geringen Angebot von Stellen geprägt. Durch die genaue Beleuchtung der derzeitigen Situation werden Defizite deutlicher sichtbar. Ebenso können Vorschläge zur Optimierung oder "Best Practice Beispiele" aus anderen Regionen mit aufgenommen werden, um diese in der bestehenden Plattform mit einfließen zu lassen.

Die Vorteile einer innovativen Plattform für Veranstalter und Musiker liegt in der Transparenz, Schnelligkeit und Internationalität. Das bisher praktizierte System von privaten und mitunter vertraulichen offline Listen Einzelner wird durch online abrufbare Profilseiten abgelöst, die aktueller und zielführender sind und allen zur Verfügung stehen. Durch mehr Transparenz werden sich Angebot und Nachfrage regulieren und vermutlich auch die Nachfrage nach Musikern steigen. Denn mit der Möglichkeit Angebote zu vergleichen und Musiker vorab durch Ihre Profilseite "kennenzulernen" erhöht sich die Buchungsbereitschaft beim Kunden.

Publications

Unveröffentlichte Beiträge / Arbeitspapiere

Begutachtete Beiträge in Zeitschriften

Begutachtete Beiträge in Sammelbänden

Beiträge in Handbüchern und Lehrbüchern

Monographien

  • Experimente und Quasi-Experimente in der Soziologie. 2010. Habilitationsschrift
  • Gewohnheit, Sucht und Tradition. (Dissertationsschrift). 2003. Leipziger Soziologische Studien Bd. 3, Hrsg.: R. Metze, K. Mühler, K.-D. Opp. Leipzig: Universitätsverlag.

    • Rezension: Zdun Steffen, Soziologische Revue 2005 (28): 183f.

Herausgegebene Bücher

  • mit Norman Braun, Bruno Nydegger Lory und Claudia Zahner. 2001.
    Illegale Märkte für Heroin und Kokain. Bern: Haupt.

    • Rezension: Eifler Stefanie, KZfSS 2005 (57): 363-365.
    • Rezension: Tretter Felix, Suchtmedizin in Forschung und Praxis 2003 (5): 40.

Beiträge in Büchern und Sammelbänden

  • mit Norman Braun und Claudia Zahner. Drogengeschäfte und Netzwerkeinbindung. S. 73-99 in: Norman Braun, Bruno Nydegger Lory, Roger Berger und Claudia Zahner (Hrsg.). 2001. Illegale Märkte für Heroin und Kokain. Bern: Haupt.
  • mit Norman Braun und Claudia Zahner. 2001. Nachfragemenge und Drogenpreis. S. 101-125 in: Norman Braun, Bruno Nydegger Lory, Roger Berger und Claudia Zahner (Hrsg.). 2001. Illegale Märkte für Heroin und Kokain. Bern: Haupt.
  • mit Norman Braun und Claudia Zahner. 2001. Sozioökonomische Nachfrageeinflüsse. S. 127-147 in: Norman Braun, Bruno Nydegger Lory, Roger Berger und Claudia Zahner (Hrsg.). 2001. Illegale Märkte für Heroin und Kokain. Bern: Haupt.
  • mit Norman Braun. 2001. Drogenmarkt und Verbotsdurchsetzung. S. 149-170 in: Norman Braun, Bruno Nydegger Lory, Roger Berger und Claudia Zahner (Hrsg.). 2001. Illegale Märkte für Heroin und Kokain. Bern: Haupt.
  • Illegale Märkte für Heroin und Kokain. Modell und empirische Evidenz. In: Heinrich-Böll-Stiftung (Hrsg.) Keine Macht den Drogen. Wirtschaftliche und soziale Folgen der Drogenpolitik. 2001. Halle (Saale).

Rezensionen

Courses

Kolloquium Bachelor | 2 SWS | WS 2017/2018

Aktuelle Themen und Probleme der empirischen Sozialforschung

Soziologie und Methodenlehre
17:15 | wöchentlich
NSG 328
Seminar Bachelor | 2 SWS | WS 2017/2018

Empirisches Forschungsseminar 2

Soziologie und Methodenlehre
09:15 | wöchentlich
GWZ
Vorlesung Bachelor | 2 SWS | WS 2017/2018

Methoden der empirischen Sozialforschung

Soziologie und Methodenlehre
15:15 | wöchentlich
HSG HS 2
Vorlesung Master | 2 SWS | WS 2017/2018

Multivariate Analyseverfahren

Soziologie und Methodenlehre
15:15 | wöchentlich
NSG 328